Sonnenführungen 2014

Samstag, 17. Mai 2014; Sonntag, 22. Juni 2014; Samstag, 12. Juli 2014; Sonntag, 17. August 2014; Samstag, 20. September 2014; Sonntag, 26. Oktober 2014
– jeweils um 15.00 Uhr – wetterabängig –

Die Sonne ist der einzige Stern, den wir aus der Nähe betrachten können – allerdings ist sie so hell, dass man sie nur durch spezielle Filter betrachten kann. Versuchen Sie niemals, ohne geeignete Schutzfilter in die Sonne zu sehen! Auch geschwärzte Gläser oder Sonnenbrillen sind kein geeigneter Schutz für den direkten Blick in die Sonne, ebenso wie Okularfilter bei Teleskopen keine sichere Beobachtung garantieren. Für die Teleskope der Sternwarte existieren geeignete Filter, so dass Sie die Sonnenoberfläche bei klarem Himmel gefahrlos beobachten können. Dort sind immer wieder ausgedehnte Gruppen von Sonnenflecken zu sehen. Mit einem speziellen Gerät können Sie auch die Protuberanzen suchen – riesige Gasfackeln, die sich über den Sonnenrand erheben. Die Sonnenführungen finden nur bei klarem Himmel statt.



Sommerferienführungen 2014

Freitag, 1. August 2014 - Freitag, 12. September 2014
– Sternführungen mittwochs, freitags und samstags um 21.00 Uhr – wetterunabhängig –

Wega, Deneb, Atair - Das Sommerdreieck
Freitag, 1. August 2014; Mittwoch, 20. August 2014; Freitag, 29. August 2014
Neben den 88 offiziellen Sternbildern gibt es am Himmel noch eine Reihe weiterer auffälliger Sternenkonstellationen. Das Sommerdreieck besteht aus den auffälligsten Sternen des Sommerhimmels und enthält eine Vielzahl interessanter Objekte. Seine Sterne helfen bei der Orientierung am Himmel und weisen den Weg zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Eng benachbarte, farbige Sonnen erwarten uns ebenso wie die Überreste von Sternen, die vor Jahrtausenden starben.

Wünsch Dir was! Sternschnuppen über Heilbronn
Freitag, 8. August 2014; Samstag, 9. August 2014; Mittwoch, 13. August 2014; Freitag, 15. August 2014
Der August ist Sternschnuppenzeit – immer wieder huschen sie über den Himmel. Viele Menschen wünschen sich etwas, wenn sie eine Sternschnuppe sehen. Doch was sind diese hellen Streifen, die urplötzlich am Himmel auftauchen, um kurz darauf wieder zu verschwinden? In unseren Führungen haben Sie nicht nur die Chance, diese kosmischen Boten zu beobachten, sondern auch einmal echte Meteorite in die Hand zu nehmen.

Krater, Schluchte, Wälle – Die Welt des Mondes
Mittwoch, 6. August 2014; Mittwoch, 3. September 2014; Freitag, 5. September 2014
In einem interessanten Vortrag informieren wir Sie über unseren Erdtrabanten. Woher stammen seine Krater, was sind die riesigen Mondmeere, und warum sieht der Mond jeden Tag anders aus, obwohl er uns immer die selbe Seite zuwendet? Wenn das Wetter es zulässt, beobachten wir anschließend den Mond durch unsere großen Fernrohre, mit denen sich selbst feinste Details auf der Mondoberfläche erkennen lassen.

Vom Leben und Sterben der Sterne
Freitag, 22. August 2014; Samstag, 30. August 2014; Freitag, 12. September 2014
Sterne haben ganz ähnlich wie wir Menschen auch einen Lebensweg. Sie werden geboren, leben und irgendwann sterben sie auch. Abhängig von ihrer Beschaffenheit durchlaufen Sterne während ihres Lebens ganz unterschiedliche Entwicklungen. In dieser Führung stellen wir Ihnen den Lebensweg eines Sterns vor, angefangen bei seiner Geburt in einer der riesigen interstellaren Gas- und Staubwolken unserer Milchstraße, bis hin zu seinem Tod als weißer Zwerg, Pulsar oder als Schwarzes Loch. Hören Sie Geschichten vom Leben und Sterben der Sterne und sehen Sie selbst, was einmal aus unserer Sonne und dem Leben auf der Erde wird.



Scharfblick, Weitsicht, Zeitmaschine - 400 Jahre Astronomie mit dem Fernrohr

Referent: Dr. Klaus Jäger, MPI für Astronomie, Heidelberg
Freitag, 19. September 2014 - 20.00 Uhr

Mit den ersten Fernrohrbeobachtungen durch Galileo Galilei vor etwa 400 Jahren begann eine völlig neue Ära der Astronomie. Trotz der nach heutigen Maßstäben bescheidenen Größe und Qualität der Teleskope wurden sogleich Entdeckungen gemacht, welche die damalige Vorstellung von den Himmelskörpern und vom Kosmos vollständig verändert haben - mit teilweise erheblichen gesellschaftlichen Folgen. Durch die stete Verbesserung der Technik und Leistungsfähigkeit der Fernrohre haben sich unsere Erkenntnisse über die Jahrhunderte hinweg vervielfacht und dieses Wissen hat gerade in den letzten Jahrzehnten explosionsartig zugenommen. Nicht unbegrüündet wird das Teleskop gelegentlich als das wohl bedeutendste Hilfmittel bezeichnet, was Wissenschaftler je in die Hand bekommen haben. Wie funktionieren Teleskope von damals und von heute? Welche Entdeckungen revolutionierten unser Bild vom Kosmos? Welche Personen waren involviert? Anhand von ausgewählten Beispielen sollen diese Fragen beantwortet werden.

Dr. Klaus Jäger ist Wissenschaftlicher Koordinator des Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und Pressereferent der Astronomischen Gesellschaft.



Tag der offenen Tür

Samstag, 11. Oktober 2014 - 11.00 - 17.00 Uhr
Sonntag, 12. Oktober 2014 - 10.00 - 17.00 Uhr

2014 feiert die Robert-Mayer-Sternwarte ihr 100-jähriges Jubiläum – Grund genug, um einen Blick auf die Geschichte der Sternwarte zu werfen und darauf, was sich in Heilbronn astronomisch getan hat. Die Sonderausstellung lässt die Geschichte Revue passieren und gibt Tipps, wie Sie selbst in die Astronomie einsteigen können. Es erwartet Sie nicht nur eine Ausstellung rund um die Sternwarte, sondern auch ein umfangreiches Rahmenangebot. Neben einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm können Sie sich den Sternenhimmel zur Geburtsstunde ausdrucken lassen und bei klarem Himmel natürlich einen Blick durch unsere Teleskope auf die Sonne werfen – spezielle Schutzfilter ermöglichen die gefahrlose Beobachtung. Abgerundet wird das Programm durch Bastel- und Malangebote für unsere kleinen Gäste, einen Astrobasar mit vielen interessanten Angeboten wie Sternkarten, Büchern, Postern oder Sternschnuppen (Meteoriten) sowie durch eine Tombola. Für das leibliche Wohl wird mit einer Cafeteria gesorgt: Brezeln, Waffeln, Kuchen, Kaffee und mehr erwarten Sie!



Auf der Suche nach einer zweiten Erde

Referentin: Dr. Sonja Schuh, Georg-August-Universität, Göttingen
Freitag, 17. Oktober 2014 - 20.00 Uhr

Die Suche nach extra-solaren Planeten (kurz: Exoplaneten) ist ein Forschungsgebiet der Astrophysik, das seit einigen Jahren die Berichterstattung über astronomische Entdeckungen in den Medien dominiert. Immer wieder wird dabei auf die "Entdeckung einer zweiten Erde" abgehoben und auch die Möglichkeit diskutiert, ob sich auf dem betreffenden Planeten Leben entwickelt haben könnte. Bei genauerem Hinsehen erfüllt bisher jedoch kein Kandidat unter diesen Exoplaneten alle Bedingungen, um als zweite Erde gelten zu dürfen. Doch welche Kriterien legt die Wissenschaftsgemeinde hierfür eigentlich an? Wie werden wir eine zweite Erde als solche erkennen, wenn schließlich ein Zwilling gefunden wird? Einig ist sich die Forschergemeinde darüber, dass diese Entdeckung nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Der Vortrag stellt Beispiele dafür vor, wie nahe wir schon an einer solchen spannenden ersten Beobachtung einer zweiten Erde sind.

Dr. Sonja Schuh forscht und lehrt am Institut für Astrophysik der Georg-August-Universität Göttingen. Ihr Interesse gilt zur Zeit vor allem der Erforschung von Planetensystemen um entwickelte Sterne. In ihrem Vortrag wird sie auch das Spannungsfeld zwischen der Exoplanetensuche in einem großen, astrophysikalisch interessanten Parameterraum und einer sehr fokussierten Exoplanetensuche, die auf erdähnliche Parameter abzielt, beleuchten.



Vortrag:
Blick über den Tellerrand - Reise zum Rand des Univerums

Referent: Emmerich Szabo, Robert-Mayer-Sternwarte Heilbronn
Freitag, 24. Oktober 2014 - 20.00 Uhr

Der Faszination des nächtlichen Sternenhimmels kann man sich nur schwer entziehen. Tausende von Sternen sind mit bloßem Auge sichtbar. Leider ist das nur ein sehr kleiner Teil dessen, was dort draussen existiert. Wir haben auch keine räumliche Sicht auf die Objekte des Sternenhimmels. Wie sieht die stellare Nachbarschaft unserer Sonne aus? Wo befindet sich die Sonne in der Milchstraße? Hat unsere Milchstraße Nachbarn? Gibt es entfernte Verwandte? Wie sehen die Strukturen aus, wenn wir mit unseren Teleskopen sehr tief ins Weltall blicken? Gibt es eine Karte des Universums? Schauen wir gemeinsam über den Tellerrand hinaus und gehen auf eine Reise in die Tiefen des Weltalls. Versuchen wir das unfassbare, das unsere Sinne überfordernde, in unser Blickfeld zu bringen. Vieles wird unfassbar bleiben. Eines ist aber garantiert: Wir werden wieder zurückkommen.



Sternennacht auf der Waldheide

Öffentliche Beobachtungsnacht
Samstag, 25. Oktober 2014 - 19.00 - 22.00 Uhr

Wohin man das Fernrohr auch richtet, der Himmel ist übersät mit Tausenden und Abertausenden von Sternen.

Mit bloßem Auge hat man diesen Anblick heute nur noch fern der Lichtkuppeln der Städte. Wenn auch Sie dieses Erlebnis einmal genießen wollen, dann fahren Sie mit uns auf die Waldheide. An diesem Abend bieten wir Ihnen die Gelegenheit, unter idealen Bedingungen einen Blick durch unsere Teleskope zu werfen und den Sternenhimmel fern der Lichtverschmutzung zu genießen.

Unser Beobachtungsplatz ist die Heilbronner Waldheide, die von einem Parkplatz zwischen Heilbronn und Obergruppenbach aus gut erreichbar ist. Abseits von störenden Straßenlaternen beginnen die Beobachtungen mit der Abenddämmerung und dauern bis etwa 22 Uhr. Erfahrene Beobachter der Sternwarte werden Sie auf eine unvergessliche Reise durch den gestirnten Himmel mitnehmen. Sie dürfen aber auch gerne eigene Geräte mitbringen und mit uns gemeinsam beobachten.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet nur bei klarem Himmel statt.



Vortrag:
E=mc²

Referent: Edy-Jochen Depner, Robert-Mayer-Sternwarte Heilbronn
Freitag, 07. November 2014 - 20.00 Uhr

Energie gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat! Die Einsteinformel erweitert Massen- und Energieerhaltungssatz (erstmals 1789 von Antoine Lavoisier, bzw. 1842 von Robert Mayer formuliert). Sie zeigt, dass Masse und Energie äquivalente physikalische Größen sind: Auf der einen Seite ist massebehaftete Materie eine Form von Energie und auf der anderen hat ein Energiepaket eine bestimmte Masse. Man ersieht sofort, dass in einem Kilogramm Materie eine riesige Energiemenge schlummert - laut Formel 90 Billiarden Joule!

Kann man diese nutzen? Es gibt durchaus Anwendungen! Energietechnik: Kernspaltung in Atomkraftwerken, Nuklearmedizin: Materie-Antimatrie-Vernichtungsstrahlung in der Positronen-Emissions-Tomographie, Militär: Kernfusion in der Wasserstoffbombe, Astronomie: Akkretionsscheiben bei Quasaren, Kosmologie/Urknall: Übergang von der Strahlungs- zur Materieära.

E=mc² gilt auch für die Sterne: im Kern unserer Sonne werden in jeder Sekunde 4 Millionen Tonnen Materie in reine Strahlungsenergie umgewandelt. Dieser summierte Massendefekt wird letztendlich von der Sonnenoberflüche in Form von Infrarot, Licht, Ultraviolett, Sonnenwindbewegungsenergie und Neutrinos abgestrahlt. Die Sonne als Energiepumpe, die die Entropie unserer Biosphäre in Grenzen hält, basiert auf der berühmtesten aller Formeln.



Zeitreisen

Referent: Dr. Andreas Müller, TU München
Freitag, 14. November 2014 - 20.00 Uhr

Reisen durch räumliche Dimensionen sind für uns selbstverständlich. Jeden Tag reisen wir auch durch die Zeit, allerdings ohne das beeinflußen zu können, weil die Zeit scheinbar ohne unseren Einfluß vergeht. Wie wäre das, wenn wir nach Belieben vorwärts und rückwärts durch die Zeit reisen könnten? Zeitreisen faszinieren die Menschen, und es gibt viele Beispiele aus der Science Fiction von H. G. Wells "Die Zeitmaschine" über den Film "Zurück in die Zukunft" bis zu "Star Trek", wo dies möglich ist. Im Vortrag werden die Zeitreisen in Vergangenheit und Zukunft naturwißenschaftlich untersucht und wir gehen der Frage nach, ob es Zeitmaschinen geben kann.

Dr. Andreas Müller ist promovierter Astrophysiker und derzeit der wißenschaftliche Koordinator im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München.



Vortrag:
Sternbilder und Mythen

Referent: Alexander Kerste, Robert-Mayer-Sternwarte Heilbronn
Freitag, 5. Dezember 2014 - 20.00 Uhr

Wenn wir in den Himmel blicken, sehen wir in doppelter Hinsicht in die Vergangenheit: Einerseits benötigt das Licht der Sterne Jahrhunderte, um uns zu erreichen, andererseits sehen wir Sternbilder, die teils vor Jahrtausenden eingeführt wurden. Der Große Bär jagt womöglich schon seit der Eiszeit um den Himmelspol (oder ist es Callisto, eine Geliebte des griechischen Göttervaters Zeus?), während der Jäger Orion seit der Antike gegen den Stier kämpft und sich vor dem Skorpion fürchtet. Der seltsame Ziegenfisch ist noch älter, auch wenn wir ihn heute eher als Steinbock kennen: Er stammt aus dem Zweistromland. Auch der Fenriswolf versteckt sich zwischen den Sternen und wartet auf Ragnarök. An diesem Abend werfen wir einen Blick auf die Geschichten, die die Sternbildern erzählen – die bekannten, aber auch die fast vergessenen.



Der Urknall: Risiken und Nebenwirkungen

Referent: Prof. Dr. Matthias Bartelmann, Universität Heidelberg
Freitag, 12. Dezember 2014 - 20.00 Uhr

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Kosmologie entscheidend weiter entwickelt: Vor allem dank neuer, präziser Daten ist sie von einer spekulativen Winkel der Physik zu einem standfesten, vielfach bestätigten Gebäude herangewachsen. Die Grundannahmen der Kosmologie sind sehr einfach, aber ihre Schlußfolgerungen gehen weit über unsere Alltagswelt hinaus. Insbesondere besagt das kosmologische Standardmodell, daß bei weitem der größte Teil der Materie und der Energie im Universum von einer bisher ganz unbekannten Form und dunkel sind. Worauf die moderne Kosmologie beruht, wie sie zu dieser überzeugung kommt und welche Anstrengungen nun unternommen werden, die Natur dieser dunklen Materie und der dunklen Energie aufzuklären, wird der Vortrag darstellen.

Prof. Dr. Matthias Bartelmann ist Professor und Direktor am Institut für Theoretische Astrophysik, Zentrum für Astronomie, in Heidelberg. Seine Arbeitsgebiete umfaßen theoretische Physik, insbesondere theoretische Astrophysik, Allgemeine Relativitätstheorie, Kosmologie, Gravitationslinsen und kosmische Hintergrundstrahlung. Professor Bartelmann war mehrere Jahre lang wißenschaftlicher Projektleiter des deutschen Beitrags zum europäischen Weltraumsatelliten PLANCK, der im Mai 2009 gestartet wurde und nun aus 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde die kosmische Hintergrundstrahlung untersucht.